TCF v2.3 und v2.4: Was ändert sich?
TCF v2.3 hat die Offenlegung der Anbieter im Einwilligungssignal explizit gemacht. TCF v2.4 baut darauf auf, mit klareren Informationen zu Funktionen (Features) und aktualisierten Anforderungen an die Einwilligungsoberfläche. Hier lesen Sie, was sich geändert hat, was Publisher prüfen sollten und wie Passiro IAB TCF v2.4 unterstützt.
Das IAB Europe Transparency & Consent Framework (TCF) ist ein Branchenstandard für programmatische Werbung. Eine Consent-Management-Plattform (CMP) zeigt Besuchern, welche Werbeanbieter ihre Daten nutzen möchten, und gibt ihre Entscheidungen dann in einem codierten Signal, dem TC String, an diese Anbieter weiter.
TCF spielt vor allem dann eine Rolle, wenn Ihre Werbepartner es verlangen. Es ist ein Branchen-Framework, kein Gesetz, und seine Nutzung macht eine Verarbeitung nicht schon für sich genommen rechtmäßig.
Was hat sich mit TCF v2.3 geändert?
IAB Europe hat TCF v2.3 am 19. Juni 2025 veröffentlicht. Die wichtigste Änderung: Das Segment Disclosed Vendors wurde verpflichtend. Es ist der Teil des TC String, der jeden Anbieter markiert, der dem Besucher in der Einwilligungsoberfläche angezeigt wurde.
Das war vor allem für Anbieter wichtig, die sich bei besonderen Zwecken (Special Purposes) wie Sicherheit oder Anzeigenauslieferung auf berechtigte Interessen stützen; solchen Zwecken können Besucher innerhalb des Frameworks nicht widersprechen. Vor v2.3 konnten diese Anbieter nicht erkennen, ob sie überhaupt angezeigt worden waren.
Die Offenlegung wird jetzt getrennt von der Einwilligung ausgelesen. Ein Anbieter kann im Segment erscheinen, auch wenn der Besucher die Einwilligung für seine Zwecke verweigert hat.
Was ändert sich mit TCF v2.4?
TCF v2.4 ist die technische Spezifikation zu den TCF Policies v5.0.b, dem Regelwerk von IAB Europe für das Framework. Die meisten Änderungen betreffen, was Besucher über Funktionen (Features) erfahren: Arten der Datenverarbeitung, etwa das Verknüpfen von Geräten, die Anbieter nur für Zwecke nutzen, zu denen der Besucher eine Wahl trifft.
- Standarderklärung für Funktionen: Die Global Vendor List (GVL), die offizielle Liste von IAB Europe mit Anbietern und Standardtexten, hat jetzt ein Feld
standardTexts. CMPs zeigen diese Erklärung zusammen mit den Funktionen an, dazu eine Illustration für jede einzelne. - Keine Schalter bei Funktionen: Gewöhnliche Funktionen sollten nicht neben Ein/Aus-Schaltern erscheinen, auch nicht neben gesperrten, weil Besucher sie nicht einzeln auswählen.
- Neuer Name für Special Feature 2: „Identify devices based on information actively requested“ ersetzt „Actively scan device characteristics for identification“. Besondere Funktionen (Special Features) erfordern ein eigenes Opt-in.
- Eine technische Änderung: CMPs setzen das Signal für berechtigtes Interesse nicht mehr für Anbieter, die ausschließlich besondere Zwecke angeben. Deren Offenlegung ergibt sich stattdessen aus dem Segment Disclosed Vendors.
- Klarstellungen zur Nutzung über mehrere Geräte: Die zugehörigen Richtlinien erklären, wie Besucher über die Reichweite ihrer Wahl informiert und widersprüchliche Entscheidungen behandelt werden, wenn ein Publisher Einstellungen geräteübergreifend speichert, zum Beispiel nach dem Login. Das ist eine Option, keine Pflicht.
TCF v2.3 vs. v2.4 im direkten Vergleich
| Thema | TCF v2.3 | TCF v2.4 |
|---|---|---|
| Wichtigste Änderung | TCF v2.3Segment Disclosed Vendors wird verpflichtend | TCF v2.4Standarderklärung und Illustrationen für Funktionen |
| Technisches Detail | TCF v2.3Offenlegung wird getrennt von den Einwilligungssignalen ausgelesen | TCF v2.4standardTexts in der GVL; alter Workaround für berechtigtes Interesse entfernt |
| Was Besucher sehen | TCF v2.3Keine neuen Namen oder Texte | TCF v2.4Special Feature 2 umbenannt; keine Schalter bei Funktionen |
| Veröffentlicht | TCF v2.319. Juni 2025 | TCF v2.423. Juli 2026, mit einem GVL-Update |
| Mehrere Geräte | TCF v2.3Nicht Teil dieser Version | TCF v2.4In den zugehörigen Richtlinien klargestellt |
Welche Fristen gelten?
Das sind Fristen von IAB Europe für CMPs und TC Strings, keine neuen gesetzlichen Fristen nach der DSGVO.
- 1. März 2026 (v2.3): Jeder neue TC String muss das Segment Disclosed Vendors enthalten. Früher erstellte Strings ohne dieses Segment bleiben gültig, bis Besucher ihre Entscheidungen erneuern oder ändern.
- 23. Oktober 2026 (v2.4, Web): die Frist, bis zu der CMPs die neuen Offenlegungen auf Websites umsetzen müssen.
- 23. Februar 2027 (v2.4, Apps und CTV): dieselbe Frist für CMPs in mobilen Apps und auf Connected TV.
Prüfen Sie die aktuellen Mitteilungen von IAB Europe, bevor Sie mit diesen Terminen planen.
Was sollten Publisher prüfen?
Führen Sie diese Prüfungen auf der Live-Website in einer neuen Browsersitzung durch, nach jeder Änderung an Ihrer CMP oder bei Ihren Werbepartnern.
- Aktive Konfiguration: Auf der Live-Website läuft das CMP-Setup, das Sie erwarten, mit aktiviertem TCF für die Regionen, in denen Ihre Partner es benötigen.
- Genutzte Anbieter: Die Anbieterliste entspricht den Partnern, die tatsächlich Daten erhalten. Entfernen Sie Anbieter, mit denen Sie nicht zusammenarbeiten.
- Text und Illustrationen zu Funktionen: Die Ebene mit den Funktionen zeigt die Standarderklärung und die Illustrationen, ohne Schalter neben den Funktionen.
- Special Feature 2: Die Bezeichnung lautet „Identify devices based on information actively requested“, auch in übersetzten Bannern (dort in der jeweiligen Sprachfassung).
- Ändern und widerrufen: Besucher können die Datenschutzeinstellungen auf jeder Seite erneut öffnen und eine Entscheidung ändern oder widerrufen, und ein neuer TC String ersetzt den alten.
- Signale bei Ihren Partnern: Ihre Werbepartner empfangen und akzeptieren den TC String. Bitten Sie sie um eine Bestätigung und suchen Sie den String in deren Anzeigenanfragen in den Entwicklertools Ihres Browsers.
- Mehrere Geräte, falls genutzt: Wenn Entscheidungen angemeldeten Besuchern geräteübergreifend folgen, nennt die erste Ebene diese Reichweite, und nach dem Login gilt die Entscheidung, die Sie vorgesehen haben.
- Anzeigenauslieferung über Google: Wenn Sie personalisierte Anzeigen über AdSense, Ad Manager oder AdMob im EWR, im Vereinigten Königreich oder in der Schweiz ausliefern, verlangt Google zusätzlich eine von Google zertifizierte CMP. Siehe unseren Leitfaden zu Googles Richtlinie zur Einwilligung der Nutzer in der EU.
Für einen Test des TC String Anbieter für Anbieter nutzen Sie die Implementierungsprüfung in unserem Leitfaden zu IAB TCF v2.4.
TCF v2.4 mit Passiro nutzen
Passiro unterstützt IAB TCF v2.4. Es ist ab Pro enthalten, neben IAB GPP, während Google Consent Mode v2 in jedem Tarif enthalten ist, auch in Passiro Free.
Das Ergebnis hängt trotzdem von Ihrem eigenen Setup ab: von den Partnern, mit denen Sie arbeiten, von den Zwecken, die sie nutzen, und davon, ob sie das Signal akzeptieren. Wiederholen Sie die Prüfungen oben nach Änderungen an Ihrem Werbe-Setup.
Fragen zu TCF v2.3 und v2.4
Was ist der Unterschied zwischen TCF v2.3 und v2.4?
TCF v2.3 hat das Signal geändert, damit Anbieter sehen können, ob sie offengelegt wurden. TCF v2.4 ändert vor allem die Einwilligungsoberfläche: wie Funktionen erklärt werden und wie Special Feature 2 heißt.
Müssen bestehende Einwilligungsentscheidungen neu eingeholt werden?
Nicht allein wegen des Versionswechsels. IAB Europe hat von CMPs nicht verlangt, die Oberfläche für v2.3 erneut anzuzeigen, und v2.4 hat die Versionsnummer der Richtlinien nicht geändert, mit der das Framework signalisiert, dass die Entscheidungen aller Besucher neu eingeholt werden müssen. Kommt dagegen ein Anbieter hinzu oder ändert ein Anbieter seine Zwecke oder seine Rechtsgrundlage, muss die Oberfläche erneut angezeigt werden.
Ist TCF dasselbe wie Google Consent Mode?
Nein. TCF übermittelt ein Standardsignal an registrierte Werbeanbieter. Google Consent Mode übermittelt Einwilligungsstatus an Google-Tags wie GA4 und Google Ads. Eine Website kann beides nutzen: In unserem Leitfaden zu Google Consent Mode lesen Sie, wie Consent Mode funktioniert.
Unterstützt Passiro TCF v2.4?
Ja. Passiro unterstützt IAB TCF v2.4. Es ist in Pro, Business und Enterprise enthalten.