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Datenschutz & Gesetze

KI-Chatbot: Welche Daten sollten Sie prüfen?

Ein KI-Chatbot kann eine Produktfrage beantworten, während Ihr Team beschäftigt ist. Er kann aber auch einen neuen Anbieter, neue Browser-Anfragen und einen neuen Ort mit sich bringen, an dem Kunden personenbezogene Daten eintippen.

Prüfen Sie vor dem Start, was beim Seitenaufruf geladen wird, was passiert, wenn jemand den Chat öffnet, wohin Nachrichten gehen, wie lange sie gespeichert werden und ob Daten weiterverwendet werden. Ihr Browser zeigt einen Teil davon. Der Rest hängt von den Einstellungen und dem Vertrag des Anbieters ab, deshalb hält dieser Leitfaden beides auseinander.

Dieser Leitfaden nutzt als Beispiel einen fiktiven Onlineshop, der einen Assistenten für Fragen zur Lieferung einführt. Der Ablauf dient zur Veranschaulichung und ist keine Aussage über einen bestimmten Chatbot-Anbieter.

1. Was wird geladen, bevor jemand den Chat öffnet?

Installieren Sie das Widget in einer Testumgebung und rufen Sie die Seite auf, ohne zu interagieren. Prüfen Sie die Anfragen und den Speicher des Browsers. Das kleine Chat-Symbol kann Analytics, Kennungen oder Dienste mitbringen, mit denen Sie nicht gerechnet haben.

Fragen Sie den Anbieter, welche Komponenten für die Anzeige der Schaltfläche erforderlich sind und welche optionaler Messung oder Werbung dienen. Stufen Sie nicht die gesamte Integration als notwendig ein, nur weil das Team einen Chatbot möchte.

Der Browsertest weiter unten zeigt, wie Sie das mit den Entwicklertools und einem Website-Scan dokumentieren. Vergleichen Sie Ihre Beobachtungen mit der Dokumentation des Anbieters.

2. Was ändert sich, wenn ein Besucher ihn öffnet?

Ein Klick auf „Chat“ kann einen neuen Frame laden, eine Sitzung aufbauen oder einen separaten Dienst einbinden. Wiederholen Sie die Prüfung an dieser Stelle.

In unserem fiktiven Shop entscheidet sich das Team für einen schlanken Launcher und lädt den Konversationsdienst erst auf Anforderung. Das ist eine Designentscheidung, um unnötiges Laden zu vermeiden. Für sich genommen bedeutet sie nicht, dass jedes daraus entstehende Cookie oder jede Datennutzung von der Einwilligungspflicht ausgenommen ist.

Für Websites im Vereinigten Königreich nutzen Sie die aktuellen Leitlinien des ICO zu den Ausnahmen für Speicher- und Zugriffstechnologien, um die jeweiligen Voraussetzungen zu beurteilen. Übertragen Sie eine britische Ausnahme nicht automatisch auf EU-Märkte.

3. Wohin geht die Nachricht?

Eine Frage zur Lieferung kann eine Bestellnummer, eine E-Mail-Adresse oder eine Wohnadresse enthalten. Verfolgen Sie diese Nachricht über den Browser hinaus: Chatbot-Anbieter, Modellanbieter, Support-Plattform und etwaige interne Logs.

Fragen Sie nach der tatsächlichen Vereinbarung zur Verarbeitung, nicht nur nach der Aussage, das Tool sei „sicher“. Sind personenbezogene Daten betroffen, verlangt die DSGVO Aufmerksamkeit für Themen wie Rechtsgrundlage, Transparenz, Vereinbarungen zur Auftragsverarbeitung und gegebenenfalls internationale Datenübermittlungen.

Geben Sie Besuchern eine kurze Erklärung, bevor sie Informationen absenden. Gestalten Sie den Ablauf nach Möglichkeit so, dass niemand sensible Angaben in ein allgemeines Chatfenster eintippen muss.

Illustration mit dem Titel „Der Chatbot ist mehr als sein Cookie“: vier Schritte, 01 Seitenaufruf (Skripte und Speicher), 02 Chat öffnen (Sitzung und Anbieter), 03 Nachricht senden (personenbezogene Daten) und 04 Danach (Aufbewahrung und Weiterverwendung).
Ein Diagramm der Chatbot-Datenflüsse verfolgt den Seitenaufruf, das Öffnen des Chats, das Senden einer Nachricht und die anschließende Speicherung oder Weiterverwendung.

4. Wird die Unterhaltung für etwas anderes genutzt?

Trennen Sie die Beantwortung der Frage von der Verbesserung der Modelle des Anbieters, von Produktanalysen und von Marketing. Fragen Sie, welche Nutzungen standardmäßig aktiviert sind und ob sie sich deaktivieren lassen.

Im fiktiven Shop braucht der Assistent eine Postleitzahl für die Lieferung, um eine Frage zu beantworten. Daraus folgt nicht, dass dieselbe Unterhaltung in eine Werbezielgruppe einfließen oder unbegrenzt für das Modelltraining gespeichert werden sollte.

Dokumentieren Sie die vorgesehenen Zwecke und die Anbietereinstellungen, mit denen sie umgesetzt werden. Bewahren Sie eine Kopie der relevanten Konfiguration auf, damit sich eine spätere Änderung im Konto damit abgleichen lässt.

5. Was passiert, wenn die Unterhaltung endet?

Klären Sie Aufbewahrung, Löschung, Zugriffskontrollen und den Weg für Datenschutzanfragen. Finden Sie heraus, ob das Löschen einer Unterhaltung im Dashboard sie gemäß den geltenden Vereinbarungen auch aus verbundenen Systemen, Backups oder den Logs des Modellanbieters entfernt.

Testen Sie mit synthetischen Daten, nicht mit den Angaben echter Kunden. Senden Sie eine Beispielanfrage auf Löschung, verfolgen Sie sie durch den vereinbarten Prozess und notieren Sie, in welchen Systemen etwas zu tun ist.

Das Widget im Browser testen

Dieser Test deckt ab, was auf Ihrer Website passiert: die Skripte, die das Widget lädt, die Anfragen, die es sendet, und was es im Browser speichert. Verwenden Sie durchgehend synthetische Daten, etwa eine erfundene Bestellnummer und eine E-Mail-Adresse mit example.com.

Jede Prüfung beantwortet eine andere Frage. Keine zeigt, was der Anbieter mit einer Unterhaltung macht, nachdem sie den Browser verlassen hat.
PrüfungWas sie zeigtWas sie nicht zeigen kann
Website-ScanWas sie zeigtCookies und Drittanbieter-Skripte auf den Seiten, die der Crawler erreicht hatWas sie nicht zeigen kannWas erst nach dem Öffnen des Chats oder dem Senden einer Nachricht geladen wird
Bereich „Netzwerk“ (Network)Was sie zeigtWelche Domains bei jedem Schritt Anfragen erhalten und was die Anfragen enthaltenWas sie nicht zeigen kannWas der Anbieter mit den Daten macht, nachdem sie angekommen sind
Bereich „Anwendung“ (Application)Was sie zeigtCookies, Local Storage und Session Storage für jeden Ursprung, einschließlich des Chat-FramesWas sie nicht zeigen kannAufbewahrung oder Weiterverwendung auf den Servern des Anbieters
EinwilligungsabläufeWas sie zeigtOb das Widget jeder Auswahl in Ihrem Banner folgtWas sie nicht zeigen kannOb Vertrag und Einstellungen des Anbieters zu Ihren Zwecken passen

Führen Sie den Browsertest in dieser Reihenfolge durch:

  1. Öffnen Sie ein neues privates Fenster mit bereits geöffneten Entwicklertools und laden Sie dann eine Seite mit dem Widget. Interagieren Sie noch nicht.
  2. Filtern Sie im Bereich „Netzwerk“ nach der Domain des Chat-Anbieters und notieren Sie dann jede weitere Domain, die Anfragen erhält. Notieren Sie im Bereich „Anwendung“ die Namen der Cookies und Speichereinträge, nicht deren Werte, denn diese können Kennungen enthalten.
  3. Wiederholen Sie die Aufzeichnung nach dem Ablehnen optionaler Cookies, nach dem Öffnen des Chats und nach dem Senden einer synthetischen Nachricht.
  4. Stellen Sie sicher, dass die Nachricht nur an die erwarteten Domains geht und dass keine Analytics- oder Werbedomain Chat-Events erhält, die Sie nicht eingeplant haben.
  5. Ändern Sie Ihre Einwilligungsentscheidung, nachdem der Chat geladen wurde, kehren Sie dann mit einer gespeicherten Auswahl zurück und notieren Sie, ob das Widget ihr folgt.

Die Anleitungen von Chrome zum Bereich „Netzwerk“ und zum Anzeigen von Cookies erklären die Tools. Schauen Sie über Cookies hinaus: Die Leitlinien des EDSA zum technischen Anwendungsbereich von Artikel 5 Absatz 3 der ePrivacy-Richtlinie erfassen auch Techniken wie Tracking-Pixel und URL-Tracking.

Was ein Website-Scan ergänzt

Starten Sie nach der Bereitstellung einen neuen Scan und öffnen Sie „Cookies Detected“. Prüfen Sie die Cookies des Anbieters und öffnen Sie dann seine Zeile unter „Detected Trackers & Third-Party Scripts“, um die gefundenen Anfragen zu sehen. Behandeln Sie alles, was als „Unknown“ markiert ist, als Frage an Ihre Entwickler und nicht standardmäßig als notwendig.

Ein Scan meldet, was der Crawler auf den erreichten Seiten gefunden hat. Skripte, die erst geladen werden, wenn jemand den Chat öffnet oder eine Nachricht eintippt, erfordern unter Umständen den manuellen Browsertest oben. Hängt das Widget von einer optionalen Einwilligung ab, prüfen Sie die automatische Skriptblockierung und geben Sie Besuchern eine klare Möglichkeit, die Cookie-Einstellungen erneut zu öffnen, statt den Chat zu „notwendig“ umzudeklarieren.

Weder das Banner noch der Scan dokumentiert, wie der Anbieter Unterhaltungen verarbeitet, nachdem sie den Browser verlassen haben. Beide helfen Ihnen, die Vorgänge auf Ihrer Website zu steuern und zu dokumentieren. Für die Verarbeitung beim Anbieter brauchen Sie die Fragen unten.

Fragen an den Chatbot-Anbieter

Verträge und der Umgang mit Gesprächsdaten sind eine eigene Prüfung, getrennt vom Browsertest. Schicken Sie dem Anbieter diese Fragen schriftlich und bewahren Sie die Antworten bei Ihren Konfigurationsnotizen auf.

Checkliste für Chatbot-Anbieter

Erfasste Datenfelder (Nachrichten, Metadaten, Kennungen, Anhänge):
Empfänger und Modellanbieter:
Standardeinstellungen für Modelltraining und sonstige Weiterverwendung:
Aufbewahrungsdauer für Unterhaltungen und Logs:
Löschung in verbundenen Systemen (Support-Plattform, CRM, Backups, Anbieter-Logs):
Zugriffskontrolle (wer Unterhaltungen lesen kann, beim Anbieter und in unserem Team):
Internationale Datenübermittlungen und eingesetzte Garantien:

Gleichen Sie die Antworten mit dem Vertrag, den Verarbeitungsbedingungen und den tatsächlichen Kontoeinstellungen des Anbieters ab. Widersprechen sich eine Antwort und eine Einstellung, klären Sie das vor dem Start, statt sich darauf zu verlassen, dass das Cookie-Banner es abdeckt.

Den Chatbot in Ihre regelmäßigen Prüfungen aufnehmen

Nehmen Sie das Widget in das Inventar der Website auf und wiederholen Sie den Browsertest nach Updates des Anbieters, neuen Funktionen oder einem Wechsel des Modellanbieters. Nutzen Sie den Leitfaden zum Testen von Cookie-Bannern für die übergreifenden Einwilligungsabläufe und die Routine im Support Center zum Hinzufügen eines neuen Tracking-Tools.

Zwei kurze Fragen

Braucht jeder Chatbot eine Einwilligung für Marketing-Cookies?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort für jede Integration. Prüfen Sie jeden Zweck, jede Technologie und jede anwendbare Vorschrift. Ein angeforderter Chat-Dienst und optionale Werbeaktivitäten sollten nicht standardmäßig miteinander gebündelt werden.

Kann ein Cookie-Banner einen KI-Chatbot rechtskonform machen?

Nein. Es kann helfen, relevante Skripte zu steuern und Einwilligungsentscheidungen zu dokumentieren. Verträge mit Anbietern, Gesprächsdaten, Aufbewahrung und sonstige geltende Anforderungen an KI oder Datenschutz müssen gesondert geprüft werden.

Prüfen Sie, was Ihr Chatbot auf Ihrer Website tut.

Passiro Free umfasst Scans und automatische Skriptblockierung, die Ihnen helfen, die Skripte eines neuen Widgets zu finden und zu steuern, mit unbegrenzt vielen Besuchern.